Kennzahlen für Reinigung, Reaktionszeiten, Verfügbarkeit und Kosten pro Objekt
Bild: Hausbetriebskunde

Gebäudewartung

Teil von Dienstleistersteuerung Gebäude Leitfaden für Ausschreibung und Kontrolle

Dienstleistersteuerung Gebäude Kennzahlen für die Leistungskontrolle

Kennzahlen für die Dienstleistersteuerung im Gebäude: Reinigungsqualität, Reaktionszeiten, Verfügbarkeit und Kosten pro Objekt nach GEFMA und DIN EN 15221.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Vier Kennzahlengruppen decken die Leistungskontrolle abReinigungsqualität, Reaktionszeiten, Verfügbarkeit und Kosten pro Objekt.
  • DIN EN 15221 und die GEFMA-Richtlinien liefern Begriffe und Struktur, die Zielwerte vereinbart der Auftraggeber.
  • Reinigungsqualität und Verfügbarkeit werden in Prozent gemessen, Reaktionszeiten in Stunden.
  • Kosten pro Objekt rechnen Sie in Euro je Quadratmeter Nutzfläche und Jahr, getrennt nach netto und brutto.
  • Jede Kennzahl braucht Datenquelle, Messrhythmus, Zielwert und eine Regel bei Abweichungen.

Rahmen nach GEFMA und DIN EN 15221

Die Normenreihe DIN EN 15221 beschreibt Begriffe, Vereinbarungen und Prozesse im Facility Management. Die deutsche Mitwirkung an dieser Normungsarbeit läuft über den Normenausschuss beim DIN. GEFMA-Richtlinien wie GEFMA 100 und GEFMA 200 ergänzen das um Definitionen und um die Kostenrechnung.

Kennzahlen lassen sich drei Ebenen zuordnen: Ergebnis der Leistung, Prozess der Erbringung und Kosten. Für die Steuerung externer Dienstleister zählen vor allem Ergebnis- und Kostengrößen, weil sie sich aus Vertragsdaten nachrechnen lassen. Eine Kennzahl ohne Zielwert, Messmethode und benannte Datenquelle ist im Streitfall wertlos.

Legen Sie deshalb je Leistung fest, wer misst, wann gemessen wird und mit welchem Werkzeug. Kennzahlen leiten Sie aus Vertrag und Leistungsverzeichnis ab, nicht aus dem Berichtswerkzeug des Dienstleisters.

Kennzahlen für Reinigung, Reaktion und Verfügbarkeit

Reinigungsqualität bewerten Objektleiter meist über Begehungen mit einem Bewertungsschlüssel. Üblich ist ein Erfüllungsgrad in Prozent, ergänzt um die Reklamationsquote je 1.000 Quadratmeter und Monat.

Kennzahlen und Zielwerte

Kennzahl

Reinigungsqualität
Prozent
Reaktionszeit
Stunden
Technische Verfügbarkeit
Prozent
Kosten pro Objekt
Euro je m² und Jahr
Termintreue Wartung
Prozent

Einheit

Reinigungsqualität
90 bis 95
Reaktionszeit
4 bis 24
Technische Verfügbarkeit
98 bis 99,5
Kosten pro Objekt
objektspezifisch
Termintreue Wartung
95

Zielwert

Reinigungsqualität
Begehungsprotokoll
Reaktionszeit
Ticketsystem
Technische Verfügbarkeit
Betriebs- und Störungsbuch
Kosten pro Objekt
Rechnungsprüfung
Termintreue Wartung
Wartungsnachweise

Datenquelle

Reinigungsqualität
Reaktionszeit
Technische Verfügbarkeit
Kosten pro Objekt
Termintreue Wartung

Bei Reaktionszeiten trennen Sie drei Messpunkte: Eingang der Meldung, Beginn der Arbeiten und Beseitigung der Störung. Die technische Verfügbarkeit ergibt sich aus der Ausfallzeit im Verhältnis zur Sollbetriebszeit. Alle Werte müssen aus demselben Berichtszeitraum stammen, sonst vergleichen Sie unterschiedliche Dinge.

KennzahlEinheitTypischer ZielwertDatenquelle
ReinigungsqualitätProzent90 bis 95Begehungsprotokoll
Reaktionszeit bei StörungStunden4 bis 24Ticketsystem
Technische VerfügbarkeitProzent98 bis 99,5Betriebs- und Störungsbuch
Kosten pro ObjektEuro je Quadratmeter und JahrobjektspezifischRechnungsprüfung
Termintreue WartungProzent95Wartungsnachweise

Ergänzend erfassen Sie die Quote fristgerecht eingereichter Prüfprotokolle. Sie zeigt, ob der Dienstleister nicht nur liefert, sondern auch dokumentiert.

Verfügbarkeit, Prüffristen und Kosten pro Objekt

Verfügbarkeit, Ausfallstunden und mittlere Reparaturzeit zeigen, wie stabil eine Anlage läuft. Achten Sie auf Ausreißer: Ein einzelner Aufzugsausfall über 40 Stunden verzerrt den Jahresmittelwert kaum, ein Muster über mehrere Objekte hinweg dagegen deutlich.

Prüfpflichtige Anlagen brauchen zusätzlich eine Quote für fristgerechte Nachweise. Die DGUV-Regeln für Instandhaltung und Wartung fassen zusammen, welche wiederkehrenden Prüfungen anstehen.

Kosten pro Objekt vergleichen Sie nur bei identischer Leistungsdefinition. Bilden Sie Kosten je Anlage, je Störung und je Quadratmeter Nutzfläche. Rechnen Sie zusätzlich je Leistungsart aus, etwa Reinigung, Wartung und Instandsetzung. So bleibt ein Kostenanstieg zuordenbar.

Das Statistische Bundesamt veröffentlicht Daten zu Handwerksleistungen, die als Vergleichsbasis für Instandsetzungskosten dienen. Verbrauchskennzahlen wie Kilowattstunden je Quadratmeter und Jahr stützen sich auf die Vorgaben der EU zur Energieeffizienz und Verbrauchserfassung.

Eine Abweichung von mehr als zehn Prozent vom Zielwert rechtfertigt ein Steuerungsgespräch. Kennzahlen ohne Bezugsgröße, etwa reine Schadensmeldungen, sind für Verhandlungen unbrauchbar.

Beispielrechnung für Verfügbarkeit und Reinigungskosten

Beispielrechnung, alle Beträge netto: Eine Anlage soll 2.000 Stunden pro Jahr laufen, ausgefallen sind 20 Stunden. Die Verfügbarkeit liegt bei 99,0 Prozent, gerechnet als (2.000 minus 20) geteilt durch 2.000. Steigen die Ausfälle auf 60 Stunden, sinkt die Verfügbarkeit auf 97,0 Prozent.

Bei 8.000 Euro Wartungskosten pro Jahr und 1.200 Quadratmetern Nutzfläche ergeben sich 6,67 Euro je Quadratmeter und Jahr, also rund 0,56 Euro je Quadratmeter und Monat. Zuzüglich 19 Prozent Umsatzsteuer sind es rund 7,93 Euro je Quadratmeter und Jahr.

Bezugsgröße, Betriebsstunden und Störungsbegriff müssen über die Perioden gleich definiert bleiben. Die Rechnung gilt für eine einzelne Anlage; für das gesamte Objekt addieren Sie die Werte je Gewerk.

So verankern Sie die Kennzahlen in der Steuerung

  1. Leistung, Kennzahl und Einheit je Gewerk festlegen.
  2. Zielwert, Toleranz und Messmethode schriftlich vereinbaren.
  3. Datenquelle und Berichtsrhythmus benennen, monatlich oder quartalsweise.
  4. Abweichungen mit Frist und Nachbesserungspflicht dokumentieren.
  5. Auswertung quartalsweise besprechen und Zielwerte jährlich prüfen.

Ohne schriftliche Vereinbarung bleibt jede Auswertung ein Interpretationsspiel. Die Reihenfolge erzwingt bei jeder Stufe eine Prüfung des vorherigen Stands. Jede Kennzahl gehört in eine Service-Level-Vereinbarung mit festem Berichtsformat.

Häufige Fragen

Welche Kennzahlen gehören in die Dienstleistersteuerung Gebäude?

Ein Basisset umfasst Reinigungsqualität, Reaktionszeit, technische Verfügbarkeit, Termintreue und Kosten pro Objekt. Pflicht ist nur, was im Vertrag steht.

Wie oft sollten die Kennzahlen erhoben werden?

Reaktionszeiten laufen über das Ticketsystem laufend mit, Reinigungsqualität prüfen Sie monatlich per Begehung, Kosten und Verfügbarkeit quartalsweise.

Welche Rolle spielt DIN EN 15221?

Die Norm beschreibt Begriffe, Vereinbarungen und Prozesse im Facility Management. Sie liefert die Struktur, die Zielwerte setzt der Auftraggeber.

Wie gehe ich mit Ausreißern um?

Prüfen Sie zuerst die Datenquelle, dann die Ursache. Einmalige Spitzen bewerten Sie im Einzelfall, wiederkehrende Muster als Abweichung vom vereinbarten Zielwert.

Welche Kennzahl zeigt einen unzuverlässigen Dienstleister zuerst?

Sinkende Termintreue und steigende Reaktionszeiten sind frühe Warnsignale. Die Verfügbarkeit reagiert oft erst später.

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