Verbrauchserfassung

Teil von Verbrauchserfassung Heizung: Geräte, Abrechnung und Prüfpflichten

Heizkostenverteiler oder Wärmemengenzähler im Vergleich

Heizkostenverteiler und Wärmemengenzähler im Vergleich: Messprinzip, konkrete Geräte und Anbieter, VDI 2077, Eichfristen nach PTB und Kosten in Euro.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Heizkostenverteiler liefern dimensionslose Verteilwerte, Wärmemengenzähler messen Kilowattstunden.
  • Wärmemengenzähler sind eichpflichtig, ihre Eichfrist beträgt fünf Jahre.
  • Heizkostenverteiler prüft man nach VDI 2077, eine Eichfrist gibt es für sie nicht.
  • Konkrete Geräte: Qundis Q caloric 5, Kamstrup MULTICAL 403, Landis+Gyr ULTRAHEAT T230, Zenner Zelsius C5.
  • Bei Heizkosten sind mindestens 50 und höchstens 70 Prozent nach Verbrauch zu verteilen.

Was die beiden Geräte messen

Ein Heizkostenverteiler ist kein Messgerät im eichrechtlichen Sinn. Elektronische Geräte erfassen die Temperatur am Heizkörper und die Raumtemperatur, Verdunster arbeiten mit einer Verdunstungsflüssigkeit. Beide bilden daraus einen dimensionslosen Wert, der das Verhältnis der Heizflächen innerhalb einer Abrechnungseinheit beschreibt.

Der Wärmemengenzähler arbeitet physikalisch. Er misst den Volumenstrom des Heizwassers und die Temperaturdifferenz zwischen Vorlauf und Rücklauf. Daraus berechnet er die abgegebene Wärmemenge in Kilowattstunden. Ultraschallgeräte kommen ohne bewegliche Teile aus.

Ein Verteilerwert lässt sich nicht in Kilowattstunden umrechnen und nicht auf ein anderes Gebäude übertragen. Eine gemessene Kilowattstunde bleibt überall eine Kilowattstunde.

Geräte und Anbieter am Markt

Geräteart Beispiele Messprinzip
Heizkostenverteiler Qundis Q caloric 5, Baureihen von ista, Techem, Minol und Brunata Temperaturdifferenz am Heizkörper, dimensionsloser Verteilwert
Wärmemengenzähler Kamstrup MULTICAL 403, Landis+Gyr ULTRAHEAT T230, Zenner Zelsius C5, Diehl Metering SHARKY 774, Qundis Q heat 5 Volumenstrom und Temperaturdifferenz, Wärmemenge in Kilowattstunden

Kamstrup, Landis+Gyr, Zenner, Diehl Metering und Qundis liefern Wärmemengenzähler mit Ultraschallmesstechnik, auslesbar per M-Bus oder Funk. Qundis liefert mit Q caloric 5 einen elektronischen Heizkostenverteiler und mit Q heat 5 einen Zähler aus demselben System.

Bei Heizkostenverteilern treten Qundis sowie die Messdienstleister ista, Techem, Minol und Brunata mit eigenen Baureihen auf. Diese Anbieter übernehmen Einbau, Ablesung, Eichwechsel und Abrechnung.

Für die Ausschreibung zählt die Fernablesbarkeit: Geräte mit OMS-Funk lassen sich in ein Messsystem einbinden, das monatliche Verbrauchsinformationen erzeugt.

Einsatzgrenzen im Gebäude

Heizkostenverteiler brauchen Heizflächen, deren Wärmeabgabe sich über die Temperatur abbilden lässt. Das gelingt bei Heizkörpern gleicher Bauart und Größenordnung. Bei Fußbodenheizung, Wandheizung oder Lüftungsheizung fehlt dieser Bezug.

Der Wärmemengenzähler je Wohnung setzt getrennte Heizkreise voraus. Vor- und Rücklauf müssen für jede Nutzeinheit geführt werden, für Zähler und Fühler ist Platz nötig, ebenso für Absperrventile. Fehlt dieser Platz im Bestand, kommt meist nur der Heizkostenverteiler in Frage, ergänzt um eine Ausnahme nach der Heizkostenverordnung.

Abrechnung nach Heizkostenverordnung und VDI 2077

Bei Heizkosten sind mindestens 50 und höchstens 70 Prozent nach Verbrauch zu verteilen, geregelt in § 6 der Heizkostenverordnung. Die übrigen Kosten verteilen sich nach Fläche, beim Warmwasser gelten eigene Maßstäbe.

VDI 2077 beschreibt die Rechenwege der Verbrauchskostenabrechnung. Die Richtlinie regelt, wie aus Verteilerwerten ein Abrechnungsverbrauch entsteht und wie ausgefallene Geräte ersetzt werden. Messdienstleister wenden diese Verfahren an, Verwalter prüfen damit die Ergebnisse.

Bei fernablesbarer Ausstattung verlangt die Heizkostenverordnung zusätzlich eine monatliche Verbrauchsinformation für Nutzer. Verwalter kontrollieren, ob ihre Verträge das abdecken.

Eichfristen, PTB und Dokumentation

Wärmemengenzähler sind eichpflichtig. Nach der Mess- und Eichverordnung gilt für sie eine Eichfrist von fünf Jahren. Danach folgen Austausch oder Nacheichung, sonst ist die Abrechnung angreifbar.

Heizkostenverteiler unterliegen keiner Eichpflicht, weil sie keine Wärmemenge in einer gesetzlichen Einheit ausgeben. Geprüft und ausgetauscht werden sie nach VDI 2077 und nach Herstellerangaben.

Für das gesetzliche Messwesen ist die Physikalisch-Technische Bundesanstalt zuständig. An der Konformitätskennzeichnung erkennen Verwalter, ob ein Gerät zur Abrechnung zugelassen ist.

Beide Gerätearten brauchen eine Dokumentation: Einbaudatum, Gerätenummer, Ablesewerte und Austausch. Diese Angaben gehören in die Betriebsdokumentation des Objekts.

Kosten in Euro: Beispielrechnung

Messdienstleister vermieten die Geräte meist. Neben der Miete fallen Einbau, Programmierung, Ablesung und der Austausch nach Ablauf der Eichfrist an. Wärmemengenzähler sind wegen der Messtechnik teurer als Heizkostenverteiler.

Beispielrechnung für zwölf Wohnungen mit angenommenen Mietpreisen:

  • 60 Heizkostenverteiler zu 12 Euro netto je Gerät und Jahr: 720 Euro netto, mit 19 Prozent Umsatzsteuer 856,80 Euro brutto.
  • 12 Wärmemengenzähler zu 90 Euro netto je Gerät und Jahr: 1.080 Euro netto, mit 19 Prozent Umsatzsteuer 1.285,20 Euro brutto.
  • Differenz: 428,40 Euro brutto im Jahr, ohne Einbau und Ablesung.

Ob diese Kosten auf Mieter umgelegt werden, richtet sich nach dem Betriebskostenbegriff. Der Begriff der Betriebskosten in § 1 BetrKV grenzt umlagefähige von anderen Aufwendungen ab, der Katalog der umlagefähigen Betriebskosten in § 2 BetrKV nennt die Positionen einzeln. Die Miete der Erfassungsgeräte zählt zu den Kosten des Betriebs der Heizungsanlage.

Mieter fragen häufig nach der Plausibilität ihrer Abrechnung. Die Hinweise zu Heizen und Warmwasser der Verbraucherzentrale ordnen Abrechnung, Verbrauchserfassung und typische Streitpunkte ein.

Häufige Fragen

Sind Heizkostenverteiler bei Fußbodenheizung zulässig?

Bei fehlenden Heizkörpern fehlt die Bezugsfläche für den Verteilerwert. Dann kommen Wärmemengenzähler oder eine Ausnahme nach der Heizkostenverordnung in Betracht.

Wie lang ist die Eichfrist von Wärmemengenzählern?

Fünf Jahre nach der Mess- und Eichverordnung. Danach folgen Austausch oder Nacheichung, die der Messdienstleister veranlasst.

Was regelt VDI 2077?

Die Richtlinie beschreibt die Verbrauchskostenabrechnung und die Rechenwege, mit denen aus Verteilerwerten ein Abrechnungsverbrauch entsteht. Sie regelt auch den Ersatz ausgefallener Geräte.

Welche Messwerte liefert ein Wärmemengenzähler?

Die Wärmemenge in Kilowattstunden, dazu meist Volumenstrom sowie Vor- und Rücklauftemperatur. Die Abrechnung nutzt die Wärmemenge.

Wer trägt die Miete der Erfassungsgeräte?

Sie zählt zu den Kosten des Betriebs der Heizungsanlage und wird über die Betriebskostenabrechnung abgerechnet, wenn der Mietvertrag das vorsieht.

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